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Christian Ruppert

Eher bekannt für grafiklastige Betriebssysteme ging Microsoft ungewohnte Wege, als 2006 die „Powershell“ das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Auf den ersten Blick kaum mehr als eine Alternative zur Kommandozeile, stellt die Powershell doch ungleich viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung.
So bietet die Powershell, um nur ein Beispiel herauszugreifen, bei älteren Systemen (Windows 2003, XP) denkbar einfachen Zugriff auf die Windows Management Instrumentation und damit auf praktisch alle Einstellungen eines Windows Rechners. Wie mächtig die Powershell tatsächlich ist, zeigt sich besonders deutlich an Exchange 2007, wo die komplette Verwaltung über die Powershell stattfindet. Selbst die grafische Benutzeroberfläche führt im Hintergrund nur noch Powershellbefehle aus, wobei auch nur ein Teil der Verwaltungstasks überhaupt in der GUI verfügbar sind. Ein Trend, der sich auch bei zukünftigen Versionen anderer MS Produkte fortsetzen dürfte. Dabei ist das Funktionsprinzip denkbar einfach. Durch die enthaltenen Funktionseinheiten, genannt Cmdlets (gesprochen commandlets) können verschiedenste Befehle ausgeführt und durch sogenannte „pipes“ verknüpft werden. Dadurch können schon in der Kommandozeile vielfältige Aufgaben, die früher zum Teil komplizierte Skripte erforderlich machten, durch einen einfachen Ein-/ Zweizeiler erledigt werden. Die Cmdlets folgen dabei immer dem Benennungsschema Verb-Substantiv, also beispielsweise Get-Help. Das in der neuen Version (2.0) integrierte „Remoting“ vereinfacht zudem Skripte und Cmdlets auch auf andere Rechner zuzugreifen. Für wiederkehrende Aufgaben können Powershellskripte in Textform hinterlegt und über zeitgesteuerte Tasks aufgerufen werden. So kann man mit einfachen Mitteln, zum Beispiel eine Backuplösung, Systemüberwachungen oder ähnliches erstellen. Diese Lösungen sind zwar kein vollwertiger Ersatz für entsprechende Software, aber gerade für kleine Unternehmen stellen diese Lösungen durchaus eine kostengünstige Alternative dar. Neben den Cmdlets die Microsoft zur Verfügung stellt, finden sich im Internet inzwischen zahlreiche Snap-ins (z.B. für den Zugriff auf das Active Directory) und auch vorgefertigte Skripte, so dass die Einsatzmöglichkeiten der Powershell inzwischen fast unbegrenzt sind.
Bildquelle: pixelio.de/Stephanie Hofschlaeger
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